Dienstag, 6. August 2013

K I N F O L K M Y A S S.


In den letzten zwei Wochen pendel ich. S T A D T - L A N D - S T A D T. Denn ich kann Ernten. Im Garten meiner Großmutter. Möhren, grüne Bohnen, Mirabellen, Sauerkirschen, Erdbeeren, Himbeeren, Zucchini, Johannisbeeren, Zwiebeln. Von der Hand in den Mund, auch in den Eimer und dann in den Topf. Eingeweckt. Aufgetischt. 
Manchmal muss ich in Anbetracht meiner Ernte kurz ans K I N F O L K denken. Und das ästhetische Universum drumherum. Ich behalte das Grinsen für mich und wasche den Dreck von den Möhren – ohne vorher ein Foto zu schießen. Meine Großmutter würde mein inneres Lächeln wohl eh nicht verstehen, schon gar nicht, warum ich die Krümel des Mutterbodens romantisch finden kann. Gelernt hat mich diese inszenierte Landromantik das Kinfolk und "Verstehen Sie mich nicht falsch", ich mag das und ich mag das Magazin. 
Wertschätzung durch Inszenierung? F R A G E I C H M I C H. Oder pure Freude? Dokumentation? Selbstdarstellung? Es ist bestimmt eine Mischung aus allem und solange die glücklich macht, ist es gut so wie es ist. 
Meine Großmutter hat keinen Fotoapperat und somit muss ich sie fotografieren als wir alle zusammen am Tisch sitzen und sie den ersten Bissen vom E R D B E E R M A R M E L A D E N B R O T nimmt und grinst. Nicht nur innerlich. Reine Dokumentation.

p.s. Die Fotos von den Großmüttern hab ich gefunden. Im Internet. Sie zeigen Frauen und ihre Lieblingsessen. Gabriele Galimberti, ein italienischer Fotograf, war inspiriert von seiner eigenen Oma und ihrem Tellerchen. Er ging raus in die Welt und fand viele andere Großmütter, ohne Fotoapperat, mit Lachen.











Kommentare:

  1. Grossartige Bildreihe. Die letzte hat aber hoffentlich nicht den Leguan verwurschtet?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, das dachte ich auch direkt: bitte lass das da auf dem Teller nicht der Leguan sein!

      Löschen
    2. ich finde es auch großartig und befürchte, dass ers wohl ist ...
      so schön, den garten einer großmuter (und eine großmutter!) zu haben. gibts beides leider schon lange nicht mehr ...

      Löschen
  2. hieR geht es ähnlich voRan. nuR dass die gRoßmutteR füRs enkelkind vieles einfRieRt odeR einfach schon einweckt/macht, da das enkelkind es zuRzeit nicht häufig genug in den gaRten schafft. und ja .... landRomantik ist eine neue heRzensangelegenheit. die gRoßelteRn hieR schmunzeln dRübeR. sehR sogaR.
    gutes eRnten und veRaRbeiten diR. und danke .... füR die bildeR. bis aufs letzte .... da schließe ich mich soRgenvoll den andeRen an.
    heRzlichst.

    AntwortenLöschen
  3. Ich mag Deine Worte hier sehr, weil sie so schön zusammenfassen, was ich schon oft gedacht aber nicht richtig zum Ausdruck bringen konnte!

    AntwortenLöschen
  4. ich mag das. das kluge. ja, marleen, das hier und den kopf dahinter.
    liebe grüße von ulma

    AntwortenLöschen
  5. Großmütter sind so authentisch - vielleicht weil sie mehr Lebenserfahrung besitzen? Tolle Bildserie und auch, dass Du den Garten Deiner Großmutter so intensiv wahrzunehmen vermagst... Grüße von Iris

    AntwortenLöschen
  6. die bilder, da geht mir das herz auf, wunderschön, die idee dahinter und die umsetzung ... liebe grüße!

    AntwortenLöschen
  7. oh, ein gartenparadies. halt das fest, genieße die kostbare zeit mit deiner großmutter und die erde unter den nägeln. es darf trotzdem schön anzusehen und ein bisschen romantisch sein, so lange man weiß, was dahinter steckt... auch die viele arbeit und das wetterglück.

    AntwortenLöschen
  8. Großmütter!!! Großartig!!! Nur bin ich froh, dass bei meiner nie ein Leguan auf den Tisch kam...liebe Grüße

    AntwortenLöschen